Alter. Diese Bude ist einfach verrückt. Heute hat ein Ding das andere getoppt, mir fehlen die Worte. Lassen wir bewegte Bilder sprechen.
Wir haben unsere tägliche Arbeit verrichtet, diesmal wieder in Form von Streichen und Teppich rausmachen, wobei wir bei letzterem die überaschenste Überaschung unseres Lebens erlebten, nämlich das Vorfinden eines Betonklotzes unter dem Teppich im Treppenbereich des Wohnzimmers. Nun ja. Zunächst ließen wir das so, dann packte uns nach dem Abendessen der Durst und wir tranken Wein. Achso und dann packte uns die Neugier, da wir die ganze Zeit rätselten, was so ein Megaklotz in einem Wohnzimmer zu tun hat und warum man kein Parkett drüber gelegt hat sondern randvoll des Zementflusses frönte. Schwiegermutter verschwinden lassen? Sonstige kriminelle Machenschaften, Ui, wie Spannend, aufkloppen. Natürlich.
Nun habe ich mich an dem Kiesel versucht und bin kläglich an seiner Intensität gescheitert. Soll heißen, wir wissen noch immer nicht, wer 1,5 Meter neben unserem Esstisch in Beton gegossen wurde. Vielleicht sollen wir es auch nicht...
Irgendwann ging Stefan Schmidt ins Auto vor dem Haus, um sein Handy aufzuladen, sein Indoor-ladegerät war kaputt. Nun kam er ca. eine Stunde nicht zurück, weswegen Kitza zu ihm ging und ihn: weckte. Er meinte, er komme gleich. Wie ich später erfahren habe, ist er bei dem Großunternehmen auszusteigen wiederum eingeschlafen, weswegen er mit Motor und Licht an, mit offener Tür am Straßenrand, 90 Grad zum Lenkrad lag und grunzte. Anscheinend mit einer solchen Inbrunst, dass Nachbar auf den seltsam befindlichen bärtigen Mann aufmerksam wurden und wahrscheinlich auf eine Schießerei, am besten ein astreines Drive-by-Shooting, hofften und, wie es die erste Bürgerpflicht besagt, eine Polizeistreife vorbei schickten. Oder 2. Oder 3. Oder 4. Naja, 5. Komm, 6 is eine Glückszahl.
Aber das ganze haben wir hier im Haus ja gar nicht mitbekommen- Stefan Schmidt erstrecht nicht.
Der verblieb im Vehikel, weswegen Kitza und wir ihn holen gingen, wir wollten das filmen, wie er im Auto eingepennt ist, wie lustig, nun filmten wir halt zwei astreine Streifenwagen, die uns vor die Linse gingen und sahen, wie unglaublich schnell diese Dinger sich vermehren. Kitza hat Stefan noch schnell geweckt, bevor der erste Mann kam, der offensichtlich gerne Uniform trägt, sogar bei der Arbeit.
Stefan wurde dann vom besagten Herrn über diverse Mitführnisse befragt, Drogen, Waffen.. Inszwischen trafen die nächsten beiden Wagen ein, wie wenn in Luppa mal Rummel ist, so war das für die hier. Kitza bequatschte in unschuldiger Mädchenpose derweile den anderen Polizisten. ich hatte ein bisschen Schiss, die würden scharf auf mich schießen, wenn die mich sie filmen sehen, man weiß ja nie, hier gibts ja alles in Amerika. Stefan hatte wie oben schon erwähnt ein paar Flaschen Wein intus, die ich zunächst hier für alle dokumentiert habe:
Aufgrund des Anlassens des Motors gilt der Beschuldigte Schmidt als aktiver Fahrer des PKW und ist deswegen mit einem überhöhnten Blutalkoholspiegel für den Straßenverkehr nicht zugelassen. Auch wenn ein nicht zurückgelegter Weg durch nicht vorhandene Fahrspuren im Sand nachgewiesen waren, heißt der Satz immernoch Alkohol am Steuer ist verboten und wird teuer, egal ob man am Steuer nur Schiffe fahren spielt oder sein Handy auflädt. Wir entlassen den Beschuldigten mit einer Empfehlung, sein vergehen nicht zu wiederholen und mit der bitte um Nachdenken beim nächsten Mal.
Mit freundlichen Grüßen,
Sämtliche Sechs vom Las Cruces Police Departement.
Heidewitzka. Grüßt die Heimat.
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